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Mehrfacher
Europameister, Weltmeister und Olympia-Dritter von Peking 2008 – Fabian
Hambüchen, Jahrgang 1987, gehört schon lange zur absoluten Weltspitze im
Geräteturnen. Nun hat er noch eine weitere Aufgabe übernommen. Er ist
Botschafter des Wettbewerbs „Sterne des Sports“, den der Deutsche
Olympische Sportbund (DOSB) und die Volksbanken Raiffeisenbanken seit
2004 ausschreiben.
Herr Hambüchen, warum haben Sie das Amt als Botschafter der 'Sterne
des Sports' angenommen?
Mir gefällt dieser Wettbewerb, weil er endlich einmal die in den
Mittelpunkt stellt, die sonst meistens ganz im Stillen dafür sorgen,
dass die Vereinsarbeit läuft – die vielen Tausend ehrenamtlichen
Helferinnen und Helfer in den Sportvereinen in Deutschland.
Zu ihren ersten Pflichten bei den „Sternen des Sports“ gehört es, als
Mitglied der Bundesjury die Bewerbungen der 17 Finalisten zu bewerten.
Welche Eindrücke haben Sie dabei von der Vereinsarbeit bekommen?
Die tollen Ideen der Sportvereine haben mich alle begeistert. Wie
breitgefächert die wichtige Arbeit der Sportvereine ist, das zeigen
schon die Beispiele der ersten Drei im vergangenen Jahr. Der
Polizeisportverein Saar gibt chronisch Kranken und Behinderten die
Freude an der Bewegung zurück. Der TuS Ellern schafft es durch
Kooperationen mit anderen Vereinen, das Sportangebot auszubauen, ohne
dass die Beiträge steigen. Und die Karower Dachse aus Berlin sorgen
dafür, dass sich Schüler mit gesunder Ernährung beschäftigen. Die
'Sterne des Sports' sind also noch vielseitiger als ein Sechskampf im
Turnen.
Sie haben ja in der Jury viele Bewerbungen gesehen. Haben Sie
vielleicht ein paar Tipps für Vereine die sich jetzt bewerben wollen?
Ich finde dass die Idee oder das Ziel der Maßnahme deutlich
herausgestellt werden sollte und zwar ganz am Anfang. Außerdem sollte
man nicht alles was der Verein macht in eine Bewerbung hineinstecken,
dass beeindruckt nicht, sondern verwirrt eher. Lieber etwas weniger
Informationen, dafür aber fokussiert auf die jeweilige Maßnahme. Wichtig
ist auch eine gute Gliederung, eine Struktur der Bewerbung. Und Fotos
sollte man nicht vergessen, denn die zeigen die Maßnahme, mit der sich
der Verein bewirbt und - falls - vorhanden natürlich auch Presseartikel.
Anders als bei Ihnen im Profi-Sport geht es bei den 'Sternen des
Sports' nicht um Bestzeiten oder Höchstleistungen, sondern um das
gesellschaftliche Engagement. Wie finden Sie das?
Das ist der Grund, warum ich die 'Sterne des Sports' für eine
Super-Sache halte. Kein anderer Wettbewerb, der die Ehrenamtlichen für
die vielen Stunden freiwilliger Arbeit in den Sportvereinen belohnt,
hinterlässt solchen Eindruck in den Medien und bei allen Beteiligten.
Warum ist die Basisarbeit der Vereine auch für den Spitzensport so
wichtig?
Ganz einfach, weil wir da alle unsere Karriere angefangen haben. Bei mir
zum Beispiel war das ein ganz klassischer Fall: Mein Vater hat die
Turner im Verein trainiert, mein großer Bruder Christian hat dort
geturnt – und ich wollte das machen, was er macht. So habe ich schon als
Kleinkind im Pampers-Alter Stunden in der Turnhalle verbracht und mich
dort zuhause gefühlt.
Könnten Sie sich denn vorstellen, sich für Ihren Heimatverein die TSG
Wetzlar-Niedergirmes ehrenamtlich zu engagieren?
Im Moment habe ich leider wirklich einen engen Terminkalender und
verpasse sogar die meisten Vereinsfeiern. Aber wenn ich irgendwann
später meine aktive Karriere im Spitzensport beende würde ich am
liebsten mit Kindern arbeiten.
Herr Hambüchen, vielen Dank für das Gespräch.
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